Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen seinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr zu mindestens 50 % ausüben kann — und das voraussichtlich für mindestens sechs Monate.
Warum so wichtig?
Jeder vierte Erwerbstätige in Deutschland wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Hauptursachen sind psychische Erkrankungen (über 30 %), Erkrankungen des Skeletts und Bewegungsapparats, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen — Unfälle machen weniger als 10 % aus.
Gesetzliche Versorgung reicht nicht
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente:
- erfordert eine Reduktion der Leistungsfähigkeit auf weniger als 6 Stunden täglich für jede Tätigkeit (volle EM-Rente: < 3 Stunden)
- liegt bei durchschnittlich 940 € pro Monat (Stand 2026)
- wird häufig erst nach mehrjährigem Verfahren bewilligt
- gibt es gar nicht für nach 1961 Geborene mit dem alten Begriff der Berufsunfähigkeit — sie sind komplett auf private Vorsorge angewiesen
Abgrenzung zur Erwerbsunfähigkeit
| Kriterium | Berufsunfähigkeit (privat) | Erwerbsminderung (gesetzlich) |
|---|---|---|
| Maßstab | Letzter Beruf, individuell | Allgemeiner Arbeitsmarkt |
| Schwelle | 50 % | < 6 bzw. < 3 Stunden täglich |
| Höhe | Frei wählbar (typisch 1.500–2.500 €) | Durchschnittlich 940 € |
| Zugang | Privater Vertrag | Beitragsjahre, Versicherungsfall |
Wer braucht eine BU?
Praktisch jeder Erwerbstätige. Insbesondere:
- Akademiker und Angestellte mit hoher Spezialisierung
- Selbstständige (haben oft gar keinen gesetzlichen Schutz)
- Handwerker und körperlich tätige Berufe (höhere BU-Wahrscheinlichkeit)
- Berufseinsteiger — günstige Beiträge bei guter Gesundheit
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