Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Wenn eine BU-Versicherung wegen Vorerkrankungen nicht möglich ist oder zu teuer wird, gibt es Alternativen — sie ersetzen die BU nicht vollständig, sind aber besser als gar kein Schutz.
1. Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU)
Zahlt, wenn der Versicherte gar keine Tätigkeit mehr ausüben kann (also ähnlich der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente).
- Höhere Hürde als BU
- Beiträge ca. 30 – 50 % günstiger
- Für Risikoberufe oft die einzig erschwingliche Variante
2. Grundfähigkeitsversicherung
Zahlt, wenn definierte „Grundfähigkeiten" verloren gehen — z. B. Sehen, Hören, Gehen, Treppensteigen, Sitzen, Gebrauch der Hände, Sprechen.
- Klare, objektive Auslöser
- Auch Personen mit psychischen Vorerkrankungen werden oft angenommen
- Nicht beruflich definiert — daher gilt sie unabhängig vom Job
- Beitrag oft günstiger als BU
- Risiko: Burn-out / Depression führen meist nicht zum Verlust einer Grundfähigkeit → kein Leistungsfall
3. Schwere-Krankheiten-Versicherung (Dread Disease)
Zahlt eine einmalige Kapitalsumme bei Diagnose einer der versicherten Krankheiten (Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt, MS, …).
- Geld ist frei verwendbar (Reha, Therapie, Umbau, Reise)
- Keine BU-Definition nötig — Diagnose reicht
- Schwächen: psychische Erkrankungen oft nicht versichert; Liste der Krankheiten variiert stark zwischen Tarifen
4. Funktionsinvaliditätsversicherung
Mischform aus Grundfähigkeit + Unfallinvalidität. Selten und Nische.
5. Unfallversicherung (NICHT als BU-Ersatz!)
Eine Unfallversicherung deckt nur Unfälle — Unfälle machen weniger als 10 % aller BU-Fälle aus. Sie ist eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz für eine BU.
Empfohlene Reihenfolge
- Wenn möglich: BU-Versicherung
- Ersatz wegen Beruf/Gesundheit nicht möglich: Grundfähigkeitsversicherung + Dread Disease
- Mindestens: EU-Versicherung für katastrophalen Fall
- Plus immer: Unfallversicherung als zusätzliche Sicherheit
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