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Welche Versicherungen brauchen junge Leute wirklich?

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Welche Versicherungen brauchen junge Leute wirklich?

Beim Berufseinstieg drängen Versicherungsgesellschaften zu vielen Verträgen. Tatsächlich braucht man nicht alle gleichzeitig. Diese Reihenfolge ist sinnvoll:

Pflicht (1. Kategorie)

Privathaftpflichtversicherung

Schäden an Dritten können existenzbedrohend sein. Eine Privathaftpflicht ist für 50–100 € pro Jahr erhältlich und übernimmt Personen- und Sachschäden bis 10 Mio. €. Wer noch bei den Eltern wohnt: oft mitversichert.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Beim Berufseinstieg sind Beiträge günstig und der Gesundheitszustand meist optimal. Eine BU sollte vor Ausbildungs-/Studienabschluss abgeschlossen werden — nicht erst danach. Die Lücke der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente ist gewaltig.

Sehr wichtig (2. Kategorie)

Hausratversicherung

Sobald man Eigentum (Möbel, Elektronik, Fahrrad) im Wert von > 10.000 € hat. Beitrag 50–150 € pro Jahr.

Auslandsreisekrankenversicherung

Im Ausland (auch EU mit EHIC) reicht die GKV oft nicht. Familienpolice ab 10 € pro Jahr.

Sinnvoll (3. Kategorie)

Risikolebensversicherung

Erst relevant, wenn jemand finanziell von einem abhängt — Partner mit Kind, gemeinsame Immobilienfinanzierung.

Unfallversicherung

Sinnvoll für sportlich aktive oder Eltern. Nicht zwingend bei Berufstätigen mit guter BU.

Eher verzichtbar bei jungen Leuten

  • Kfz-Kasko: nur bei wertvollem oder finanziertem Fahrzeug — bei alten Gebrauchtwagen oft überflüssig
  • Glasversicherung: meist nicht wirtschaftlich
  • Insassenunfallversicherung: doppelt, weil über Privathaftpflicht oder Unfallversicherung abgedeckt
  • Restschuldversicherung bei Konsumkrediten: meist überteuert

Reihenfolge der Abschlüsse

  1. Privathaftpflicht
  2. Berufsunfähigkeit (vor Ausbildungs-/Studien-Ende!)
  3. Hausrat (sobald eigene Wohnung)
  4. Auslandsreisekrankenversicherung
  5. Risikoleben (sobald finanzielle Verantwortung für andere)
  6. Optional: Unfallversicherung

Faustformel beim Budget

Maximal 5 % des Nettoeinkommens für sinnvolle Risikoabsicherung. Bei 2.000 € Netto also max. 100 € pro Monat — das reicht für Privathaftpflicht + BU + Hausrat + Auslandskranken locker aus.

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