Was ist eine private Unfallversicherung?
Die private Unfallversicherung leistet bei dauerhaften Gesundheitsschäden infolge eines Unfalls — also wenn ein plötzliches, unfreiwilliges Ereignis von außen zu einer dauerhaften körperlichen Beeinträchtigung (Invalidität) führt.
Wann zahlt sie?
- Invaliditätsleistung: einmalige Kapitalauszahlung, gestaffelt nach Schwere der bleibenden Beeinträchtigung (Gliedertaxe)
- [Unfallrente](/wissen/unfall-leistungsbausteine): lebenslange monatliche Rente bei Invalidität ab einem definierten Schwellenwert (oft 50 %)
- Todesfall (optional): einmalige Auszahlung an Hinterbliebene
- Tagegeld / Krankenhausgeld (optional)
- Reha-Leistungen (optional, oft Pauschalen)
Was ist KEIN Unfall?
- Krankheitsbedingte Beeinträchtigungen (Bandscheibe ohne externes Ereignis)
- Verschleiß
- Selbstverletzung mit Vorsatz
- Bewusstseinsstörungen (Alkohol meist eingeschränkt)
- Berufsunfähigkeit infolge psychischer Erkrankung
→ Die Unfallversicherung ersetzt KEINE Berufsunfähigkeitsversicherung, weil über 90 % der BU-Fälle durch Krankheit verursacht werden, nicht durch Unfälle.
Gliedertaxe — die wichtigste Tabelle
Die Gliedertaxe definiert pauschal, welcher Invaliditätsgrad bei Verlust einer Funktion gilt:
| Verlust | Gliedertaxe (Klassisch) | Top-Tarif |
|---|---|---|
| Sehkraft eines Auges | 50 % | 70 % |
| Gehör eines Ohres | 30 % | 40 % |
| Arm | 70 % | 80 % |
| Hand | 55 % | 70 % |
| Daumen | 20 % | 25 % |
| Bein über dem Knie | 70 % | 80 % |
| Geruchssinn | 10 % | 15 % |
Ein Top-Tarif zahlt also bei gleicher Verletzung mehr aus.
Empfohlene Versicherungssumme
- Grundsumme: 100.000 €
- Mit Progression 350 % oder 500 % für hohe Invaliditätsgrade — bei Vollinvalidität wird die Summe vervielfacht
- Plus optional eine monatliche Unfallrente ab 50 % Invalidität
Wer braucht eine Unfallversicherung?
Empfohlen für:
- Familien mit Kindern (im Sport- und Freizeitbereich häufig Unfälle)
- Sportlich aktive Personen
- Senioren (Sturzgefahr, gesetzliche Unfallversicherung greift nicht im Privatbereich)
- Menschen mit risikoreichen Hobbys
Berufstätige sind im Beruf über die gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) abgesichert — die deckt aber nur Berufsunfälle und den Hin-/Rückweg zur Arbeit, nicht Freizeit, Haushalt, Sport.
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